28.11.19, Elternsprechtag!

Die Geschichte unserer Schule

Der Neubau

Im Norden Regensburgs, am linken Regenufer, etwa zwanzig Gehminuten von der Mündung in die Donau entfernt, erhebt sich der Sallerner Berg. Das alte Straßendorf Sallern, eingeengt zwischen Berg und Fluss, gehört seit 1924 zur Stadt Regensburg. Dort, an der Amberger Straße, steht auch, hineingebaut in den Steilabhang des Sallerner Berges, die alte Volksschule Sallern, sozusagen die "Mutter" unserer Schule.

Anfang der 70er Jahre wurde der Sallerner Berg dicht bebaut. Die beiden Nachbarschulen platzten aus allen Nähten: Die Hans-Herrmann-Schule war bereits bei ihrer Eröffnung im Jahr 1959 zu klein, in der Konradschule wurden die Kinder noch 1969  mangels Klassenzimmer im Schichtwechsel unterrichtet.  Die alte Sallerner Schule konnte die vielen zu erwartenden Kinder sicher nicht aufnehmen, außerdem entsprach sie nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Schule. Am 10. Juni 1969 beschloss der Stadtrat den Bau einer Grundschule am Sallerner Berg und veranschlagte hierfür 7 Mio DM. Schon am 12.12.1969 wurde der Grundstein gelegt. Die Bauplanung lag in Händen des Architekten-Teams Jandl-Rausch, die farbliche und künstlerische Innengestaltung führte der bekannte Kunstmaler Willi Ulfig aus.


Luftaufnahmen vom Sallerner Berg vor und nach der Bebauung

    

Die oberen Bilder zeigen am linken / linken oberen Bildrand den Regen. Deutlich ist rechts jeweils der unbebaute / bebaute "Sallerner Berg" zu sehen. Im Bild unten ist ein vergrößerter Bildausschnitt aus dem darüberliegenden Bild zu sehen, welcher links in dem erdgeschossigen Karree die frühere Teilhauptschule (jetzt: Sonderpädagogisches Förderzentrum) zeigt und rechts die jetzige Grund- und Teilhauptschule.

 

Die nächsten Sätze sind zitiert aus einem Artikel, den Otto Wolf, ein Lehrer unserer Schule fast von Anfang an, 1991 für den Oberpfälzer Schulanzeiger geschrieben hat: "Die neue 16klassige Grundschule wurde mit Beginn des Schuljahres 1970/71 ihrer Bestimmung übergeben. Ein Jahr später öffnete die zehnklassige Teilhauptschule für die Jahrgänge 5 und 6 ihre Pforten. Reichlich vorhandene Grundstücksflächen gestatteten eine großzügige Schulanlage, zu der neben den beiden Schulgebäuden 2 Sporthallen, 2 geräumige Pausenhöfe und weiträumig angelegte Sportplätze gehören. Die Eröffnung dieser beiden Schulen bedeutete eine spürbare Entlastung für die beiden Nachbarschulen ... Die Lage der Schule muss als ideal bezeichnet werden. Sie liegt fernab jeglichen Durchgangsverkehrs innerhalb einer verkehrsberuhigten Zone hoch über der Stadt und erlaubt einen weiten Blick auf Regensburg und das Umland im Süden."

 

Erwin Brix, Rektor am Sallerner Berg von 1979 bis 1992, schreibt hierzu in einer Festschrift:"Vorerst steht die Schule noch allein, inmitten von Feldern und Wiesen, am Ende einer "Straße in das Nichts". Zur Freude der Kinder hoppeln Kaninchen um das Schulhaus, stolzieren Fasane über den Pausehof und kreisen Greifvögel über dem Schulgelände. ..." Rektor Erich Steppan wird die Leitung der Grundschule übertragen, Josef Lohner wird Rektor an der Teilhauptschule.)

Rektor Erich Steppan
Rektor Josef Lohner
Rektor Erwin Bix

Neue Ideen

Der Neubau am Sallerner Berg war Ausdruck eines damals neuen Verständnisses von Grund- und Hauptschule im Gefolge der ehemaligen Orientierungsstufe. So konnte es nicht ausbleiben, dass Lehrer und Erzieher aus verschiedenen Ländern Europas, Amerikas und Asiens Gäste dieser Schule waren, um Schule und Schulleben, vor allem aber auch den musikalischen Schwerpunkt der Schule kennen zu lernen. Seit ihrem Bestehen bietet die Schule am Sallerner Berg den erweiterten Musikunterricht an. Diese fächerübergreifend gedachte elementare Musikerziehung hat ihre Basis im musikpädagogischen Werk von Carl Orff. Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler ist freiwillig, das Angebot wird aber zu 80% bis 90 % angenommen. Im Laufe der Schulgeschichte ist auch hier die Entwicklung nicht stehen geblieben.

Der erweiterte Musikunterricht

Es war einmal...    

 

(Von Hermann Woller, Webmaster a.D. und Schulleiter a.D.)

 

Was Sie weiter unten lesen und anschauen können, das prägnanteste, sozial, pädagogisch und in der Aggressionsverhinderung wirksamste Profil unserer Schule, das gibt es ab dem Schuljahr 2006/07 nicht mehr... Jahrzehnte lang war es dem bayerischen Staat ein Kontingent an Wochenstunden wert, pädagogische, musikdidaktische und intelligenzfördernde Impulse an unserer Schule durch den Erweiterten Musikunterricht zu ermöglichen. Generationen ehemaliger Schülerinnen und Schüler haben davon profitiert - auch in (früheren) Zeiten knapper Staatskassen und in Perioden des Lehrermangels. Jetzt ist es vorbei. 

 

Zwar: Auch in der neuen Stundentafel nach dem KMS vom 12.2.2004 (Ziffer 11) ist noch Folgendes ermöglicht:  "In Klassen mit erweitertem Musikunterricht werden in der Jgst.1 bis zu zwei Wochenstunden, in den Jahrgangsstufen 2, 3 und 4 bis zu drei Wochenstunden mit erweitertem Musikunterricht zusätzlich angeboten (auch in Gruppen möglich.)"

 

In den Schuljahren 1992/93 bis 2003/04 bedeutete dies ein Gesamtkontingent von rund 40 *) zusätzlichen Lehrerstunden in der Woche, die seit 1993 nicht nur einer Selektion von musikalisch "begabten" Kindern zugute kamen, sondern in allen Klassen allen interessierten Schülerinnen und Schülern; das waren z. B. 1998 fast 90 Prozent aller Grundschüler/innen unserer Schule.

 

Aber: Es wurde nicht mehr genehmigt.

 

Schulentwicklung und Schulprofil am Sallerner Berg - Der erweiterte Musikunterricht - in der 1. Vergangenheit zu lesen -

 

 

Die Förderung der Kinder im musischen Bereich ist durch den Erweiterten Musikunterricht seit Bestehen ein besonderer Auftrag unserer Schule. Nach der Konradschule in Regensburg und der Waldmeisterschule in München war die Schule am Sallerner Berg die dritte Schule in Bayern, die diese besondere musikalische Ausbildung anbot. Der Erweiterte Musikunterricht, der seit 1971 die Jahrgangsstufen 1 bis 6 einschließt, wird  teilweise mit der ganzen Klasse  durchgeführt, teilweise auch als Kursunterricht in Gruppenstärke. Der Unterricht liegt in Händen von derzeit 7 Lehrkräften, die am Orff-Institut in Salzburg ein zusätzliches, zweijähriges Studium in elementarer Musik- und Bewegungserziehung absolvierten oder von solchen, die sich an anderen Bildungsstätten dafür besonders qualifiziert haben. Die Kinder werden weder nach musikalischer Begabung noch nach allgemeiner Intelligenz ausgewählt. Nur der Elternwunsch ist entscheidend.

 

Bis 1992/93 gab es eigene "Orff-Klassen", in denen die Kinder mit Erweitertem Musikunterricht im Sinne eines ganzheitlichen Unterrichts zusammengefasst waren; seit 1993 wird dieser Unterricht für alle Klassen angeboten, da 80-90% aller Schülerinnen und Schüler daran teilnehmen. Die Kinder, welche diese Unterrichtsform wählen, haben derzeit in der 1. Klasse eine zusätzliche Musikstunde und in der 2., 3. und 4. Klasse zwei zusätzliche Musikstunden. In der Teilhauptschule werden in Einzelgruppen 3 Musikstunden zusätzlich angeboten.  Bei musikalischen Aufführungen gelingt es, die Ergebnisse des Erweiterten Musikunterrichts sichtbar und hörbar zu machen. Arbeit und Wirkung nach außen umfassen von jeher ein vielfältiges Spektrum, dessen Schwerpunkt je nach Erfordernis wechselt: Schulkonzerte zu Weihnachten und am Jahresende, musikalische Umrahmung bei Veranstaltungen der Kommune, des Schulamtes und der Regierung bei Amtseinführungen, Verabschiedungen, Ehrungen, Einweihungen, Preisverleihungen und Tagungen, Teilnahme an Wettbewerben und Mitwirkung bei Veranstaltungen des Regensburger Musikpodiums.

 

 

Initiator und Motor dieses Projekts, fußend auf der Idee von Carl Orff, war Professor Hermann Handerer. Ihm gebührt das Verdienst, dass diese Idee in die Tat umgesetzt und am Leben erhalten werden konnte.  Die Arbeit an Schulen mit Erweitertem Musikunterricht brachte bedeutsame Erkenntnisse für den gesamten Musikunterricht der Volksschulen. Diese Erkenntnisse haben sich auch in der Überarbeitung der Grund- und Hauptschul-Lehrpläne und z.T. im Fachdidaktik-Studium an der Universität niedergeschlagen und können so im gesamten Musikunterricht wirksam werden. (Leicht auf die aktuelle Situation hin verändert zitiert nach Otto Wolf a.a.O.)

 

Diese Arbeit wird durch all die Jahrzehnte hindurch fortgesetzt, erweitert, verfeinert. Es gibt keinen Stillstand. Unsere "Orff-Kollegen" arrangieren vorhandenes Musikgut neu, komponieren völlig neue Singspiele, es werden - dank stetiger Elternspenden - neue Instrumente angeschafft, die bei den Kindern gut ankommen: ein Schlagzeug, Vibraphon und Marimbaphon, E-Bass u.a. Ein Kollege bringt historische Instrumente ein (Drehleier, Bock, Dudelsack...), Kinder musizieren auf ihren persönlich erlernten Instrumenten (Trompete, Cello, Querflöte) mit den Blockflöten und dem Orff-Instrumentarium zusammen.  -  Die musikalische Gestalt wird immer vielfältiger. Lehrer und Kinder singen und musizieren zusammen in Konzerten, an Weihnachten zunehmend auch in den Kirchen des Sprengels: eine Schule voller Klang und Rhythmus. Damit kommt es - vor allem in den 5. und 6. Klassen - zu einem die Schülerinnen und Schüler motivierenden Stilwandel hin zu den Rhythmen und Klängen anderer Kulturen, hinein bis in Anklänge an Pop, Rock und Jazz. Das alles jedoch geschieht auf der Basis der Orff´schen Idee und kann nur durch die vierjährige Aufbauarbeit und Motivationsgrundlage der Grundschule geleistet werden.

  

(Lesen Sie bitte das Folgende als Leserbrief oder "Gästebucheintrag" eines enttäuschten Ehemaligen; ich will nicht, dass Schule und Schulleitung Nachteile erwachsen.)

 

...Und immer noch redet man von der Stärkung der sozialen Kompetenz der Schüler an den und durch die Schulen, schaut zu und erregt sich - auch amtlicher- und politischerseits - erschröcklich über ausflippende Schüler/innen, Klassen und ganze Schulen. Und dann spart man ein Konzept kaputt, das wie kein anderes 35 Jahre lang soziale Kompetenz und Integration gefördert hat. 

 

Jedenfalls habe ich unter den oft intensiven Bemühungen kein so permanent wirksames Sozialkonzept an den Schulen gefunden, an denen ich in meinen 40 Lehrerjahren war - von der musikalischen und Intelligenz fördernden Seite mal ganz abgesehen.

 

Mit traurigen Grüßen    Hermann Woller

Die Schulleiter der Grund- (1970-1984) und Teilhauptschule 1 (1971-1984)

GRUNDSCHULE 1970-1984                          TEILHAUPTSCHULE 1 1971-1984

Schulleiter
Stellvertreter
Schulleiter
Stellvertreter
Erich Steppan,
Rektor

Michael Wagner,
Konrektor

Josef Lohner,
Rektor
Erwin Zeiler,
Oberlehrer
1970-1984

1970 bis 1971


Josef Schweiger,
Konrektor

1971 bis 19

Die Schulleiter der Grund- und Teilhauptschule 1 (ab 1984)

GRUND- UND TEILHAUPTSCHULE AB 1984

Schulleiter


Stellvertreter
Erwin Brix, Rektor

1984 bis 1992


 

Gerd Althaus, Konrektor

1984 bis 1987








Hermann Woller, Rektor
1992 bis 2001

 





Josef Schmitt, Konrektor 
1988-2005



Anita Preißl, Rektorin
2001 bis Februar 2013






Stefan Würdiger, Konrektor
2005 bis 2009

Die Schulleiter der Grundschule (2010-2015)

GRUNDSCHULE

Schulleiter


Stellvertreter


Karin Plößl,
Konrektorin ab 2010

von Februar bis Juli 2013
Rektorin

Uta Penzkofer,
Rektorin seit 2013


       

Schülerentwicklung

Auch an der Schule am Sallerner Berg war die weitere Entwicklung gekennzeichnet durch sinkende Schülerzahlen infolge des allgemeinen Geburtenrückgangs, steigender Übertrittszahlen an die Gymnasien und notwendiger Änderungen des Schulsprengels. Diese Veränderungen bedingten im Jahr 1984 die Zusammenlegung der Schulen unter eine Leitung.  

 

Damit änderte sich auch der Einzugsbereich (Sprengel) der neuen Schuleinheit. Der Sprengel der Teilhauptschule (THS) deckte sich ab sofort mit dem der Grundschule. Die verbleibenden 4 Klassen der Teilhauptschule zogen 1985 mit in das Gebäude der Grundschule. Der Bau der ehemaligen Teilhauptschule wurde der "Georg-Britting-Schule", einer Schule zur besonderen Sprachförderung, übergeben. Ende der 90er Jahre wurde unter der Leitung von Sonderschulrektor Alf Schleicher aus dieser Schule das "Sonderpädagogische Förderzentrum Regensburg" mit weiteren Einheiten in den Stadtteilen Reinhausen und Schwabelweis sowie in der Isarstraße.