Filly - ein Golden Retriever in der Schule
Das Schulhundeteam bilden ich, Frau Susanne Geiß, und meine Golden Retriever Hündin Filly.
Ich bin seit 26 Jahren Grundschullehrerin und seit 6 Jahren Konrektorin an der Grundschule am Sallerner Berg in Regensburg. Filly ist mein dritter Golden Retriever.
Filly ist eine reinrassige Golden Retriever Hündin aus einer Zucht im Bayerischen Wald. Sie wurde dort am 02.06.2023 geboren und kam mit 9 Wochen zu mir und somit in unsere Familie. Zusammen besuchten wir die Welpenstunden, den Grundkurs für Junghunde und Spiel- und Sportstunden bei Sigis Hundeschule in Obertraubling. Einzelstunden und social walks absolvierten wir in der Hundeschule Regensburg. Im November 2024 begann unsere Ausbildung zum Schulhund (-Team) bei „Schulhunde Bayern e.V.“ unter der Leitung von Nadine Kleber. Die Ausbildung umfasst 8 Ausbildungstage in Bad Rodach und 9 Onlineseminare sowie einen Prüfungstag.
Damit Filly als Schulhündin eingesetzt werden darf, muss das Schulhundeteam eine Prüfung, bestehend aus mehreren Prüfungsteilen, ablegen. Weiterhin ist es Pflicht, dass Filly ihre Impfungen erhält, in entsprechenden Zeitabständen entwurmt wird sowie eine Parasitenprophylaxe bekommt. Eine regelmäßige Gesundheitskontrolle wird durch den Tierarzt durchgeführt.
Filly ist eine aufgeweckte, kastrierte Golden-Retriever-Hündin, die Menschen und vor allem Kindern gegenüber sehr freudlich und aufgeschlossen ist.
Positive Aspekte der tiergestützten Pädagogik
Ziel der tiergestützten Pädagogik ist es, Schülerinnen und Schüler in ihren Entwicklungsprozessen zu unterstützen und Lernprozesse in verschiedenen Bereichen anzustoßen. (Alexandra Biegler)
Nicht nur fachliche Aspekte des Unterrichts sind dabei wichtig. Die Erziehung der Kinder steht mittlerweile genauso im Fokus. Der Artikel 1 des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) besagt: „Die Schulen haben den in der Verfassung verankerten Bildungs- und Erziehungsauftrag zu verwirklichen. Sie sollen Wissen und Können vermitteln sowie Geist und Körper, Herz und Charakter bilden.
Die Psychologin Andrea Beetz zeigt aufgrund von Studien mit und ohne Hund im Unterricht drei grundlegende Wirkfaktoren von Schulhunden auf, die sich gegenseitig beeinflussen und sich positiv auf das Lernverhalten und die Steigerung der sozialen Kompetenz bei Schülerinnen und Schülern auswirken können:
- Psychische und physische Stressreduktion (in Folge die Herstellung eines entspannt-ruhigen, aber auch aktiven Zustands)
- Förderung positiver sozialer Interaktionen und Beziehungen
- Förderung einer guten Lern-Atmosphäre: Entspannung, positiver Aspekt und Motivation
Ein Schulhund kann somit zum einen auf das Kind, zum anderen auf die Beziehung der Lernenden untereinander wirken. Durch die freundliche, positive, unbefangene und wertfreie Art kann ein Schulhund zum Lernen ohne Angst und Stress beitragen und dadurch eine motivierende Lern-Atmosphäre erzeugen. Damit kann ein Schulhund den in der Verfassung verankerten Bildungs- und Erziehungsauftrag nachhaltig unterstützen. Folgende positive Aspekte bei Schülerinnen und Schülern wurden in weiteren Untersuchungen unter anderem festgestellt: Steigerung der Empathiefähigkeit, des Verantwortungsgefühls und des Regelbewusstseins, Reduktion des Lärmpegels, Einhaltung von Sauberkeit und Ordnung im Klassenzimmer, Abnehmen von Unterrichtsstörungen, Steigerung der Konzentration und der Mitarbeit, Schulung der Feinmotorik und der visuellen Wahrnehmung. (Alexandra Biegler)
Der Einsatz eines Schulhundes muss immer wieder im Hinblick auf den Hund bewusst hinterfragt werden. Damit Kinder und Schulhund sich gemeinsam in einem entspannten und positiven „Raum“ bewegen können, muss der Hundehalter immer wieder beobachten und bewerten, wie die Schüler sich fühlen, aber auch wie der Hund sich fühlt, dies objektiv beurteilen und gegebenenfalls umplanen und optimieren.
Bevor Filly mit in meine Klasse kommt (1-2 mal pro Woche), bringe ich meinen Schülerinnen und Schülern die „Filly-Regeln“ nahe (siehe Bild). Die Kinder werden darauf eingestimmt und dafür sensibilisiert, dass ein bestimmtes Verhalten mit Filly im direkten Kontakt als auch bei Anwesenheit von Filly im Klassenzimmer /im Schulhaus wichtig ist.
Ein beliebter Spruch, der oft im Zusammenhang mit der positiven Wirkung von Hunden auf Menschen verwendet wird, lautet:
„Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund.“
Dieser Spruch, der Hildegard von Bingen zugeschrieben wird, betont die wohltuende Wirkung, die Hunde auf das Wohlbefinden haben können. Mein Wunsch und Ziel ist es, dass viele meiner Schulkinder dieses Wohlbefinden, das ich selbst seit vielen, vielen Jahren durch meine Hunde spüre und genieße, mit Filly als ihren Schulhund erleben und sie so in ihrer Entwicklung und persönlichem Lernen positiv bestärkt werden.